Erste Kenntnis eines möglichen Pingenfeldes erlangte der Autor durch den Geologie Viewer Hessen mit der Hintergrundkarte „Schummerung“, wo die Pingen und die umgebenden Halden klar zu erkennen sind. Bei einer ersten Begehung am 16. 04. 2020 wurde vor Ort etwa 25 m südlich von einem befestigten Waldweg eine Halde (Nr. I in Abb. 2) mit zwei Pingen, eine im Norden und eine im Süden in 15 m Entfernung voneinander, mit einer annähernd ovalen 35 x 19 m großen und etwa 0,5 – 1 m hohen Halde dazwischen erkannt. Von einer frei erodierten Fläche wurden einige kleine ockerfarbene Sandsteinsstücke aufgelesen. Eines der Stücke wurde später mittels eines Gasbrenners rotglühend erhitzt und zeigte danach eine magnetische Eigenschaft. Es enthält wohl Goethit1 (α-Fe3+O[OH]), dass normalerweise antiferromagnetisch ist, sich aber vor dem Lötrohr in Eisen(III)-oxid (α-Fe2O3) wandelt und magnetisch wird.
1Seite „Goethit“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. Januar 2020, 11:24 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Goethit&oldid=196360965 (Abgerufen: 10. Oktober 2020, 18:11 UTC)
Wenn es sich, wie bis dato angenommen, um ein Eisenerzbergwerk aus dem Frühmittellater handeln würde, so währen an diesem Fundort Pinge neben Pinge zu sehen, wie es von den gut erforschten mittelalterlichen Grubenfeldern nördlich von Regensburg, im Raum Augsburg oder im Landkreis Aichach vorkommt.
Für den Reinhardswald werden zwei Gruben in Archivakten für die Zeit 1582 - 1584 erwähnt, einmal am Mühlenberg bei Veckerhagen und ebenso für kurze Zeit am Stauffenberg. Die erste lag wohl im oberen Hemelbachtal am Westfuß des Mühlenbergs. Die zweite ist im Gelände noch als einzelne Pinge mit grösserer Halde sichtbar. Für beide sind Limonitfunde belegt.
Nach der Verlegung der landesherrlichen Schmelzhütte in Vaake im August 1583 nach Lippoldberg und dem Zusammenschluss mit dem dortigen Hammer, wurde immer wieder in der Umgebung der neuen Hütte nach Eisenstein geschürft. Hohe Frachkosten waren damals schon ein entscheidender Faktor.
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